neuer Pott: Kännchen Tokoname „schwarz“

Um den erworbenen Tee „Tenko“ von Keiko richtig zubereiten zu können, musste ein gaanz kleines Kännchen her. Nun habe ich zwar schon andere kleine Kännchen, aber die sind für andere Tees reserviert. Im Geschäft „Miyabi – Schönes aus Japan“ in Bremen bin ich mal wieder fündig geworden:



Schwarze Gegenstände zu fotografieren ist nicht ganz einfach, wie ich das erste Mal an einer Raku-Schale feststellen konnte.
Das Kännchen ist tatsächlich gar nicht schwarz, sondern handgedrehter und -montierter, unglasierter, sehr grau-dunkelbrauner Ton.

In ihrer Schlichtheit die pure Funktionalität: Gießt ohne zu tropfen, der für Uneingeweihte vielleicht merkwürdig anmutende Handgriff ist hohl und damit kühl und bietet die Möglichkeit, mit einer Hand einzuschenken und mit derselben Hand beim Kippen den Deckel festzuhalten. Innen hat sie ein feinmaschiges Edelstahlsieb vor der Tülle. Das ist umstritten: Puristen schwören auf ein Keramiksieb innen wie es meist die teureren Kannen haben, aus demselben Ton wie die Kanne selbst. Ich bin mir da nicht so sicher: Bei einem anderen kleinen Kännchen in meinem Besitz mit einem solchen ‚Rückhaltesystem‘ sind die Löcher so groß, dass feiner Tee gerade beim ersten Aufguss hindurchflutscht. Das passiert bei dieser Variante nicht und ich kann trotzdem zügig ausgießen.

Tokoname bezeichnet in diesem Zusammenhang einen Stil (tokoname-yaki) und gleichzeitig die für diesen bekannte Region in Japan. Durch den offenporigen Scherben, der sozusagen (vergleichbar mit Yixing-Keramik aus China) ein Gedächtnis für den in ihm zubereiteten Tee hat, kommen gerade hochwertige Tees noch besser zur Geltung. Dazu trägt auch die geringe Größe (in diesem Falle ca. 150 ml, also wirklich klein, bevorzugt für Gyokuro) bei. Vorausgesetzt, man bereitet sie richtig zu.

Wer im Netz recherchiert, bekommt auch Tipps, wie ein solches Kännchen vor dem ersten Benutzen ‚behandelt‘ werden sollte. Dies ähnelt ebenfalls der Präparation eines Yixing-Kännchens und besteht kurz gesagt aus einem Auskochen mit der Teesorte, die zukünftig darin zubereitet werden soll. Ich habe es mir diesmal geschenkt und einfach zweimal ’normalen‘ Sencha (Keiko Sencha No. 3) darin aufgebrüht- und auch getrunken. Man kanns auch übertreiben 😉

So, nun wird es Zeit, den Anschaffungsgrund darin auszuprobieren!

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Ein Gedanke zu “neuer Pott: Kännchen Tokoname „schwarz“

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