neuer Pott: Reisschale Jan Kollwitz, Chawan David Morrison Pike, antikes Salbentöpfchen

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. An dieser möchte ich gern Leser des Blogs teilhaben lassen und zeigen, worauf ich mich nach zwei gestrigen Bestellungen nun freue.
Aber eins nach dem anderen.

Am 01.12.11 fand ich folgenden Brief in meiner Post (echte Post, nicht E-Mail, mit Papier und Wasserzeichen):

Zum Vergrößern kann der Brief angeklickt werden. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich den Brief hier veröffentliche, denn es ist keine individuelle Post, sondern eine an einen größeren Kundenkreis gerichtete Nachricht, deren Verbreitung ja vielleicht auch ein wenig Werbung sein kann. (Wenn Sie dies lesen, Herr Kollwitz, und es Ihnen nicht recht sein sollte, genügt eine kurze Nachricht und ich lösche den Brief hier.)
Fotos der Präsentation in der Villa Massimo (und weitere Infos zu dieser Ausstellungsstätte) gibt es hier.

Folgende Fotokarte war beigefügt:

Ein Buch über den Künstler habe ich hier vorgestellt. Ich habe auch schon einige schöne Stücke von ihm. Dieser Brief hat mich jedenfalls sehr angesprochen und besonders die ockerfarbene Glasur hat es mir angetan, so dass ich kurzerhand um eine solche Schale gebeten und sie bestellt habe. Nun bin ich natürlich sehr gespannt!

Und zufälligerweise bin ich am selben Abend (per E-mail allerdings) aufgefordert worden, doch mal wieder bei etsy, genauer NanbanCeramics1 vorbeizuschauen. Dahinter verbirgt sich Dave Pike, über den man im Blog hier schon lesen kann. Ein recht interessantes Interview mit ihm kann hier gelesen werden. Sehr ehrlich, z.B. „What are the positive and negative aspects of living in Japan?“ – „I think Japan is a great country for artists. I am left alone and can get my work done. That is also one of the negative aspects. The Japanese will really leave you alone. It can get kind of lonely.“

Es war zwar ’nur‘ eine automatisch generiertes Mitteilung, aber die kann man natürlich auch zum Anlass nehmen, dort mal wieder nachzuschauen.
Folgende Chawan hat es mir dabei angetan:

Von Innen soll sie so aussehen:

Mit Pay-Pal bezahlt, hatte ich heute morgen schon eine sehr freudliche Bestätigung des Töpfers. So einfach kann die Welt sein!

Vielleicht ein Stichwort zu „Nanban“, weil das weniger bekannt ist als z.B. Bizen oder Shigaraki-Keramik. Mit diesen gemeinsam ist der unglasierte Brand im Holzofen. In einem Ausstellungskatalog von Elmar Weinmayr anlässlich einer Austellung von Daikichi (Sugimoto Tatsuo) in der Galerie Jahn in München ist dazu zu lesen:
nanban
Wörtlich: ’südliche Barbaren‘; Sammelname für unglasierte, bei nicht allzu hoher Temperatur gebrannte Keramiken, die spätestens seit dem 16. Jahrhundert vor allem von Europäern aus Südostasien bzw. Südchina nach Japan importiert wurden. Da nanban-Keramik bei Teemeistern Anklang fand, wurde dann auch in Japan Keramik im nanban-Stil hergestellt
.“

Die Vorfreude steigt weiter! Das Paktet von Herrn Kollwitz ist schon längst da (hatte ja auch einen kürzeren Weg 😉 ) und heute ist auch die Post aus Japan eingetroffen. Und zwar mit einem so tollen Paket – ich bin ganz gerührt:

Geöffnet wird erst am Heiligen Abend!


Es wurde ausgepackt! Die zwei Schalen sind schön, und sie haben dank Hans-Otto sogar noch Zuwachs bekommen. Sieht irgendwie fast wie Maria und Josef mit dem Christkind aus 😉

Im Moment gibt es draußen kein schönes Fotolicht, so dass wir mit Innenaufnahmen leben müssen. Bei der Schale von Pike habe ich es noch einmal ohne Blitz probiert. Sie ist tatsächlich (noch) dunkler.

Eine prima Größe und Form, der Fuß ist aus meiner Sicht gewöhnungsbedürftig.
Überhaupt ist bei beiden Schalen der Boden / Standring interessant. Der sagt ja ohnehin eine Menge aus; ich setze einfach mal die beiden Bilder direkt untereinander:

Kann man wirklich ‚drüber philosophieren…

Das antike Salbentöpfchen ist zum Piepen:

Insgesamt gibt es drei davon, dieser jetzt bei mir und zwei bei Hans-Otto, alle recht verschieden, aber alle mit einer dicken,
antiken Staubschicht innen. Die kann da auch erst mal drinnen bleiben. Wenn ich noch mehr dazu weiß, ergänze ich diesen Artikel weiter.

Ergänzung vom 01.11.12:
Entgegen meiner ersten Annahme ist das Töpfchen nicht aus China, sondern wohl aus Deutschland. Es stammt aus dem Salzbrand und lässt sich nach Hans-Otto ungefähr auf das 17. Jahrhundert datieren.

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