neuer Pott: Gaiwan (Porzellan)

Es gibt viele verschiedene gute Möglichkeiten, Tee zuzubereiten. Nicht jede ist für jede Teesorte gleichermaßen geeignet.
Eine der wohl ursprünglichsten Möglichkeiten ist die Zubereitung im Gaiwan. Ein dieser Ursprünglichkeit entsprechendes schlichtes Exemplar sieht so aus:

Es geht dabei um das Porzellanschälchen im Fordergrund, bereits befüllt mit einem vietnamesischen grünen Oolong.
Bei der anderen Keramik handelt es sich um eine Teeedose von Reimar Krüger, die nun – jedenfalls vorübergehend – statt Matcha eben Oolong enthält [und die farblich für das Foto so gut dazu passte 😉 ]

Erhältlich ist dieses Exemplar bei www.diekunstdestees.de. Dazu habe ich gleich noch drei verschiedene Sorten Oolong bestellt, die ich hier im Laufe der Zeit auch vorstellen werde (immer, wenn ich mal dazu komme…) Es fasst ca. 100 ml, also ziemlich klein für europäische Vorstellungen.

Was macht die Teezubereitung im Gaiwan so ursprünglich und praktisch zugleich?
Im Grunde genommen geht es nur darum, Tee hineinzugeben, ihn aufzugießen und durch den geschlossenen Deckel abzugießen. Das geht am Besten mit einer Hand. Dazu hat die Untertasse einen dicken Boden und der Deckel einen Knauf, damit man sich nicht verbrüht, wenn ein Tee heiß aufgegossen wird.
Mit ein wenig Übung tropft es überhaupt nicht. Man kann sich im Internet, etwa bei YouTube, Videos über die Zubereitung im Gaiwan ansehen, bei denen es ziemlich feucht zugeht 😉 Muss man aber nicht so machen. Eine gut gießende Thermosflasche für das heiße Wasser und schon bleibt das Tischtuch trocken. Ansonsten ist dafür schon ein spezieller Teetisch oder ähnliches erforderlich, ähnlich wie bei der Zubereitung im Yixing-Kännchen.
Aber, wie gesagt, es geht auch tropfenfrei und wirklich simpel. Während ich dies schreibe, genieße ich dazu so zubereiteten Tee, ohne Angst um meinen Rechner haben zu müssen.

Wo sind die Vorteile?
Man sieht den Tee, ist sozusagen unmittelbar dabei – wie Kügelchen sich entrollen, Blätter sich entfalten, die Teefarbe, die Intensität.
Ideal für Teeproben.
Guter Tee schmeckt in kleinen Mengen, frisch aufgegossen, besser.
Man benötigt keine Teefilter und hat nur sehr wenig Reinigungsaufwand.

Nachteile gibt es natürlich auch.
Die Menge ist schon klein – für das Teetrinken nebenbei bevorzuge ich größere Einheiten.
Je nach Teesorte ist vorsichtiges Abgießen (oder, wie im Video zu sehen, die Benutzung eines Teesiebes) gefragt, wenn sehr feine Blätter dabei sind. Bei Oolong meist kein Problem – es ist oft erstaunlich, wie RIESIG die Blätter werden.
Für Lieblingstees lohnt sich ein eigenes offenporiges Tonkännchen (Yixing, Tokoname), das den Geschmack sozusagen speichert und intensiviert.
Zum Aufschlagen von Matcha nicht geeignet (und nicht vorgesehen).

Ein Gedanke zu “neuer Pott: Gaiwan (Porzellan)

  1. Pingback: Tee des Tages Oolong “Kim Tuyen”, Vietnam, bio « Teeschale

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s