Tee des Tages: Wild Artisan Lapsang Souchong

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Zum neuen Kännchen musste passender Tee dazu kommen; ebenfalls erworben von Thomas Kasper, siam-tee.de. Bitte nicht vom Namen des Tee-Shops verwirren lassen. Die Anfänge lagen vielleicht einmal im Thailändischen Teegeschäft, aber inzwischen hat sich der Shop zu einer aus meiner Sicht besonders guten Quelle für hochwertige Tees und Zubehör über Landesgrenzen hinweg gemausert.

Er stammt aus den Wuyi Bergen, Fujian, und wird dort von ‚wild‘ wachsenden Teesträuchern von Hand geerntet und weiterverarbeitet. Entsprechend gefällt das Teeblatt schon optisch;  tiefschwarz mit wenig braun und gold, ohne Bruch oder Staub. Ein ‚Wecken‘ des Tees ist mir persönlich bei dieser Qualität zu schade – rein ins Kännchen, aufgegossen und probiert.

Wer hier Lapsang Souchong als Rauchtee noch mit Speck und Schinken assoziiert und erwartet, wird entweder enttäuscht, meist aber angenehm überrascht. Der erste Aufguss kommt trocken, mineralisch, an Bordeaux-Wein erinnernd, daher. Eine erdige Eleganz, die Feuer allenfalls noch erahnen lässt. Erst der zweite Aufguss (jedenfalls, wenn man sich das ‚Wecken‘ spart) bringt hinter der Erdigkeit leichte Süße und auch etwas Fruchtigkeit. Aber keine frische, sondern eine reife Fruchtigkeit von getrockneter Aprikose. Ich hatte ja schon den Vergleich zum Yunnan Golden Tips oder Black & Golden Needle Dian Hong (Reviews folgen hoffentlich, wenn meine Zeit es erlaubt), die deutlich honig-malziger daherkommen. Dieser Tee bleibt im Vergleich verhalten-mineralisch, würzig, fast esoterisch, falls ihr versteht, was ich meine 😉 Im Mund verbleibt diese Süße trotzdem überraschend lang, sanft und angenehm. Dies hält und bestätigt auch der dritte Aufguss, der sich von der Erdigkeit weiter entfernt, vom Spitzen und Felsigen zum Runden, Weichen. Der Vierte (und für mich letzte Aufguss) bleibt noch gut trinkbar, sehr mild, vielleicht mit abnehmender ‚Süße‘ etwas fruchtig-säuerlicher dabei. Kann auch gut sein, dass ich meine vom Grüntee geübte Praxis, den Tee recht kurz ziehen zu lassen, überdenken muss. Freie Fahrt für empirische Forschung 😉

Mir gefällt er. Es ist ein wenig wie mit chilenischen oder australischen Rotweinen, die ich (jedenfalls im ersten Moment) großartig finde, aber irgendwann sehne ich mich wieder nach einem subtilen trockenen Franzosen zurück 😉

 

 

 

 


…die hier ggf. folgende Werbung stammt nicht von mir…

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