Hofausstellung Ewert / Bergmann 2014: „Zeichen lesen“

Endlich haben wir es einmal geschafft: Das Keramiker-Ehepaar Margret und Wolf Ewert lädt (nahezu) jährlich zu einer Hofausstellung auf den Obsthof Bergmann nach Hagstedt ein.
Ein halbes Dutzend unterschiedliche Künstler präsentieren Werke, die unter einem gemeinsamen Motto stehen, in diesem Jahr: „Zeichen lesen“.

Kinder können in einem Workshop nach Lust und Laune werkeln, der alte Trecker „Eicher“ (ursprünglich für die Himbeerernte bestimmt) steht für Rundfahrten bereit, es gibt – bei musikalischer Begleitung – den eigenen Apfelsaft, Kaffee, selbst gebackene Kekse, sogar Mittagessen… Kein Problem, einen ganzen Tag dort zu verbringen!

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Dank der Hinweisschilder hat auch der auswärtige Besucher keine Schwierigkeiten, das idyllisch gelegene Anwesen zu finden.

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Schon im Garten grüßen die Skulpturen von Wolf Ewert, die durch ihre Originalität und ihren Witz immer wieder aufs Neue beeindrucken.

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Dieser Ausschnitt einer alten Stalltür hat es mir sofort angetan. Gleichsam ein Vorgeschmack auf die schönen Arbeiten mit Holz, die mir als erstes ins Auge fielen.
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Ekkehard Körbers Schwerpunkt seiner Arbeit sind dickwandige Schalen aus Mooreiche und historischem Eichenbauholz. Er hat auch schon (in einer Einzelausstellung) erfolgreich in Japan ausgestellt. Für mich kein Wunder – der ästhetische Ausdruck der Stücke mit ihrer Asymmetrie, ihrer Kombination aus Schlichtheit und Aufwändigkeit, Perfektion und (bewusster) Alterung nebst Reparatur dürfte insbesondere auch das japanische Auge ansprechen. Einige Stücke aus alter Mooreiche sind datiert auf ca. 6.000 Jahre – eine gewaltige Dimension, die sich der menschlichen Vorstellung kaum wirklich erschließt. „Ich mach‘ mein Ding“ – ein Lebensmotto, das der MDR auch bereits portraitiert hat.

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Aus Bremen sind Peter Heidhoff und Frau, Kollegen aus der AKB Angewandte Kunst Bremen , angereist. Er arbeitet ebenfalls in Holz und stellt daraus ausdrucksstarke Möbel als Einzelstücke her, die rauh-massiv, schlicht und klar oder auch verspielt sein können. Selbst preisgekrönte Nist- und Futterkästen gehören zum Angebot. Fließende Übergänge von Kunst, Kunsthandwerk und Handwerk, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen.

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Nicht zuletzt sind wir aber wegen der Keramik gekommen. Die folgenden Bilder sprechen für sich: Handwerklich auf sehr hohem Niveau, mit aus Obstbaumasche selbst hergestellten Glasuren, die seladonfarbig und sogar  in violett-purpurfarbige Anklänge changieren können, weisen alle Stücke einen ganz hohen Wiedererkennungswert auf. Margret Ewerts Gefäßkeramik ist zum Gebrauch bestimmt und – wir können dies aus eigener Anschauung bestätigen – bestens geeignet. Es ist einfach schön, sein tägliches Leben mit solchen schönen Stücken zu bereichern.

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Wolf Ewert arbeitet weitgehend mit denselben Materialien und gestaltet die Oberflächen zum Verwechseln ähnlich; ein Ausstellungsstand der beiden wirkt deshalb, obwohl der Schwerpunkt ihrer Arbeit sehr verschieden ist, stets wie ‚aus einem Guss‘. Immer wieder faszinieren mich die Präzision und der Detailreichtum bis in den allerkleinsten Maßstab.

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Getreu des Ausstellungsmottos „Zeichen lesen“ musste natürlich etwas ‚Geschriebenes‘ mit. Und es darf – nur für mich! – nicht zu barock (Originalton Margret Ewert) sein. So eine ähnliche Schale hat Hermann (unter anderem Präsident des Heimatvereins Hagstedt 😉 auch, diese hier hat einen recht unregelmäßigen Rand, die Glasur ist teilweise matt, teilweise dick-kraquelliert, dann wieder zurückgezogen – immer wieder Neues zu entdecken. Genau das Richtige für mich.
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Lesen kann man Nichts – und Alles. Sütterlin/Elbisch/Phantastisch.
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Auch für einen kleinen Korken aus Mooreiche hat es schon mal gereicht. In der Adventszeit wird Ekkehard Körber in Bremen in der Unteren Rathaushalle ausstellen – ich werde jedenfalls da sein.

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Es gab noch allerhand anderes zu sehen und zu erwerben (weitere Keramik von Katrin Schober, Arbeiten aus Stein (Stelen, Schalen), Zeichnungen / Malerei usw.). Darüber müssen andere berichten – mein Blog hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Objektivität.

Für uns war es ein toller Tag mit vielen Eindrücken, ein Besuch bei Freunden, vielen Dank!141019_hofausstellung_18


– Die hier ggf. folgende Werbung stammt nicht von mir –

Ein Gedanke zu “Hofausstellung Ewert / Bergmann 2014: „Zeichen lesen“

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